ZWS: Töchtergeprüft

Der frühe Snowman-Sohn Schiller BYC wurde im Juni 2016 EX 90 klassifiziert

Neueinsteiger und bewährte Vererber

Gleich mehrere, bereits als Jungbullen stark genutzte VOST-Bullen erhielten mit der aktuellen Schätzung einen ersten Zuchtwert auf Töchterbasis. Mit Spannung wurden unter anderem die ersten Werte von Everest, Schiller und Godewind RDC erwartet, deren Töchter bereits auf den Betrieben und auf Schauen positiv ins Auge stachen. Aber auch einige der bewährten VOST-Vererber können sich nach wie vor gut und stabil platzieren bzw. einen Sprung nach oben machen. Ausführliche Informationen zur Basisanpassung im Rahmen der April-Zuchtwertschätzung finden Sie hier (Link).

Weiter angeführt wird die Topliste der töchtergeprüften Vererber vom Bookem-Sohn Big Point, der mit RZG 149 die Spitzenposition einnimmt.

Ihm folgen auf den weiteren Rängen Masato (Mogul x Man-O-Man) mit 145 und Cipe (Epic x Planet) mit 144 sowie die väterlichen Halbbrüder Boboy (Bookem x Shottle, RZG 143), Bealdi (Bookem x Massey, RZG 142) und Bangard (Bookem x Xacobeo, RZG 142).

Neueinsteiger

Höchster Neueinsteiger aus Sicht des VOST ist der auf Rang 7 platzierte Snowman-Sohn Schiller BYC EX 90. Schiller stammt aus der EX 90 bewerteten Xacobeo-Tochter Tirsvad Alabama und geht über EX 90 Shottle auf Tirsvad Mandel Amy EX 90 zurück. Damit hat er seine Wurzeln in einer tiefen Kuhfamilie aus den USA. Schiller ist mit +2220 kg Milch der höchste Leistungsvererber der deutschen Top-100 und verfügt zudem über durchgängig positive Werte für Nutzungsdauer (RZN 112), Fitness (RZFit 116), Eutergesundheit (RZS 114) und Melkbarkeit (RZD 109). Seine Töchter sind in der Regel hell gezeichnet und fallen in den Betrieben bereits durch ihr herausragendes Exterieur mit viel Kapazität und sehr guten Eutern auf, die sich durch längere und optimal verteilte Striche auszeichnen. Schiller ist damit auch gut zum Einsatz in Betrieben mit automatischen Melksystemen geeignet (RZRobot 124). Einziger Wermutstropfen ist seine Veranlagung für den rezessiven Gendefekt Brachyspina. Er ist damit nicht zum Einsatz auf bereits bekannte Anlagenträger bzw. Nachkommen von BYC-tragenden Vatertieren geeignet.

Auf Platz 59 folgt bei den VOST-Neueinsteigern mit RZG 133 Georg, ein G-Force x Legend aus der Mutterlinie von Schiller. Da Georg erst über wenige Töchter im Leistungs- bzw. Exterieurzuchtwert verfügt, bleibt seine weitere Zuchtwertentwicklung abzuwarten, bevor er in den möglichen Wiedereinsatz geht.

Aleta (v. Everest) von Wolfgang Bogena, Neuwesteel, wurde Siegerfärse der Nachzuchten auf der Excellent-Schau

Mit RZG 132 steigt Everest auf Platz 72 der deutschen Topliste ein. Der Epic-Sohn, von dem auch anlässlich der 37. Excellent-Schau eine erste Töchtergruppe gezeigt wurde, hinterlässt körperstarke Nachkommen mit viel Rahmen und Wuchs und einer hohen Leistungsbereitschaft. Er kann mit durchgängig positiven Werten für alle Funktional- und Leistungswerte überzeugen und sollte auf feinzellige, mittelrahmige Kühe zum Einsatz kommen, denen es an Körper, Leistung und Inhaltsstoffen fehlt. Everest ist in der Lage, die Beckenlage- und breite nachhaltig in den Optimalbereich zu korrigieren und zudem mit 173 Töchtern im Leistungs- und 76 Töchtern im Exterieurzuchtwert schon ein relativ sicherer Vererber.

Als früher Pioneer setzt sich Proud mit RZG 132 neu auf Platz 83. Seine Mutter ist Vekis Xaco Melody VG 85, eine Xacobeo-Tochter aus Caps Mairy 4 VG 85, der bekannten Zuchtkuh aus der Jo-Wal Cleitus Macey-Familie aus den USA. Prouds Stärken liegen insbesondere im Bereich der Fitnessmerkmale (RZFit 130, RZN 121), dazu lassen seine ersten töchtergestützten Zuchtwerte mittelrahmige Nachkommen mit guten Fundamenten und gesunden (RZS 102), gut melkbaren Eutern erwarten (RZD 113). Proud profitiert im Zuchtwert für Robotereignung insbesondere von seinem hohen Fundamentzuchtwert (126) und den stark nach innen platzierten Hinterstrichen seiner Töchter, so dass er mit RZRobot 132 zu den besten Bullen für AMS-Eignung in der deutschen Topliste gehört.

Die Godewind-Tochter Wiemke von Jürgen Hobbie, Kiebitznest, konnte sich auf der Excellent-Schau in den Färsenklassen gegen die starke Konkurrenz durchsetzen

Mit Spannung erwartet wurde auch der erste Töchterzuchtwert des Rotfaktorträgers Godewind RDC VG 89, der bereits als Jungbulle stark eingesetzt wurde. Der Gold Chip-Sohn aus der Altitude-Familie ist bei neutraler Milchmengenvererbung (+74 kg) und RZE 134 in das Segment der Exterieurvererber einzuordnen. Seine Töchter sind in der Regel als sehr großrahmig, lang und mit viel Körpertiefe bei allerdings nur knapp durchschnittlicher Vorhandbreite zu beschreiben. Die Becken seiner Nachkommen sind überdurchschnittlich breit und in der Tendenz abfallend, die Fundamente parallel und in der Regel optimal gewinkelt. Mit einem Zuchtwert von 131 ist er einer der besten Rotfaktorbullen für Euter, der zudem optimal platzierte Striche und eine überdurchschnittliche Robotereignung (RZRobot 116) vererbt. Erste Töchter haben bereits Siegertitel auf Jungrinder- und Verbandsschauen erlangt, somit bleibt er nach wie vor konventionell und gesext im Einsatz.

Top-100

Als höchster Gold Chip-Sohn rangiert Gordan mit einem RZG von 134 weiter unter den besten 50 Bullen in Deutschland. Bei +861 kg Milch mit neutraler Eiweißvererbung verfügt er über durchweg überdurchschnittliche Relativzuchtwerte im Leistungs- und Funktionalbereich (RZM 125, RZS 120, RZR 111, RZFit 124). Lediglich im Bereich Melkbarkeit (RZD 92) gilt zu beachten, dass er nicht auf schwermelkende Tiere zum Einsatz kommen sollte.

Er hinterlässt feinzellige, exterieurstarke Töchter, die über sehr gut aufgehängte Euter und feine, optimal gewinkelte Fundamente verfügen. Mit RZKd 104 ist Gordan für die Rinderbesamung geeignet, um zum Beispiel Euter und Inhaltsstoffe zu verbessern. Eine Anpaarung auf körperstarke Tiere mit genügend Vorhandbreite und –tiefe lässt auch Nachkommen mit Schaupotenzial erwarten. Gordan ist ohne Bookem- und Planet-Blut im Pedigree gezogen und damit auf viele Nachkommen aktueller Vererber, wie z.B. den zahlreichen Bookem- und Balisto-Söhnen, einsetzbar.

Die Enzian-Tochter GTI Malaga von Hinrikus Gronewold, Timmel, wurde auf der Excellent-Schau mit einer 1b-Platzierung ausgezeichnet

Enzian VG 88 profitierte im Rahmen der aktuellen Zuchtwertschätzung von den im Zuchtwert hinzugewonnen Töchtern. Er stieg in den (im Dezember noch unter 100 geschätzten) Werten für Eutergesundheit und Töchterfruchtbarkeit in den überdurchschnittlichen Bereich. Der Epic-Bruder zu Boss bestätigt damit die Besitzerangaben seiner Nachkommen, die den Enzian-Töchtern eine gute Eutergesundheit auf den Betrieben bescheinigen. Mit RZG 133 und 96 % Sicherheit im Gesamtzuchtwert liegt Enzian jetzt auf Platz 63 und ist damit der dritthöchste Epic-Sohn der deutschen Topliste. Auch von ihm wurde zur Excellent-Schau eine sehr homogene Töchtergruppe präsentiert, die sich vor allem durch sehr gute Fundamente und Euter auszeichnete.

Betriebe, die auf eine funktionale, mittelrahmige Kuh mit guter Mobiltät sowie genügend Stabilität und Rippenöffnung für die Laufstallhaltung setzen, dürften bei Enzian fündig werden.

Bewährte Bullen mit hoher Sicherheit

Mit RZG 130 führt Bube EX 90 die Topliste der Vererber mit mindestens 500 Töchtern im Zuchtwert aus VOST-Sicht an, der Beacon-Sohn aus der italienischen Go-Farm Zabry-Familie musste allerdings Abschläge hinnehmen. Da Bube mit RZR 112 und RZN 126 aber zu den besten töchtergeprüften Vererbern für Töchterfruchtbarkeit und Nutzungsdauer gehört, wird Sperma von ihm auf Anfrage nach wie vor verfügbar sein.

Eine der ersten Wahlen für Roboterbetriebe im Bereich töchtergeprüft bleibt Mankell, ein Manifold-Sohn aus der Mutterlinie von Jardin. Hinter ihm stehen drei Generationen Kühe mit einer durchschnittlichen Lebensleistung von knapp 80.000 Litern und hohen Inhaltsstoffen. Mit RZG 129 und RZRobot 120 hält sich Mankell weiter stabil in der Top- 120 und vererbt eine kompakte Kuh mit kräftigen, in der Tendenz steileren Fundamenten sowie einer sehr guten Mobilität.