Infotag „KuhVision“

Lebendige Veranstaltung mit hohem Informationsgrad

Kurzweilige Vorträge mit hohem Informationsgehalt zum Thema "KuhVision" bekamen die Besucher Infotages am 11. Januar in Holtrop geboten.Nach kurzer Begrüßung durch VOST-Geschäftsführer Dr. Cord-Hinnerk Thies gab Zuchtleiter Dr. Eiso Busemann einen kurzen Überblick über die aktuellen Ergebnisse aus den bisher am Projekt teilnehmenden Betrieben aus dem VOST-Zuchtgebiet.

Dr. Dierck Segelke vom VIT gab einen Einblick in den Ablauf von "KuhVision" und erläutert die Möglichkeiten der Datenauswertung und Datennutzung aus dem Projekt

Im Anschluss daran erläuterte Dr. Dierck Segelke vom VIT Verden anschaulich und kurzweilig die Grundzüge der genomischen Selektion und erklärte den zahlreichen Besuchern den Ablauf des Projektes von der Probenentnahme bis zur Datenerfassung. Bundesweit beteiligen sich inzwischen 730 Betriebe an dem Projekt, von denen 140 sich auf eine Herdentypisierung beschränken. Inzwischen liegen genomische Ergebnisse von mehr als 180.000 Tieren vor. Bereits 50.000 Tiere haben inzwischen abgekalbt und liefern somit weitere Leistungsergebnisse. In seinen Ausführungen stellte er die hohen Korrelationen zwischen den genomischen Zuchtwerten und den Leistungen in der Praxis heraus. Weiterhin beschrieb er die Möglichkeiten der Datenauswertung und Datennutzung zur Optimierung des genetischen Herdenniveaus.

Die Datenerfassung, Auswertung und die Möglichkeiten des gezielten (genomischen) Herdenmanagements mit den onlinebasierten Programmen „NetRindgenom“ und „Herde“ stellte Renke Garrelts vom LKV vor. Zudem erklärte er, wie die im Rahmen von „KuhVision“ erfassten Gesundheitsdaten, genetischen Besonderheiten und errechneten Zuchtwerte dargestellt und gezielt für das Herdenmanagement genutzt werden können. Unter anderem bietet „NetRindgenom“ eine Vielzahl an Tierlisten, Einzeltierdarstellungen und Möglichkeiten zum überbetrieblichen Vergleich. Dazu kann der Anwender betriebsindividuelle Zuchtwerte erstellen, die ein direkt auf den einzelnen Betrieb zugeschnittenes Selektionskriterium ermöglichen.

Die Referenten (v.l.): Praktikerin Imke Boerma, Dr. Segelke (VIT) und Dr. Busemann (VOST)

Über die praktische Umsetzung des Projekts „KuhVision“ referierte Imke Boerma aus Westermarsch bei Norden. Sie bewirtschaftet mit ihrer Familie einen Milchviehzuchtbetrieb mit 80 Kühen, Jungviehaufzucht und Weidehaltung mit einer mittleren Herdenleistung von aktuell 13.000 kg Milch pro Kuh und Jahr. Um das Herdenmanagement weiter zu optimieren und genetische Potenziale besser auszuschöpfen entschied man sich bereits im Jahr 2016 an „KuhVision“ teilzunehmen. Frau Boerma erläuterte den Anwesenden sehr praxisnah den Weg von der Erstaufnahme bis zur täglichen Routine und erlklärte sehr anschaulich die Datenmeldung, -Erfassung und –Auswertung via Smartphone mit der „NetRindmobile“-App.

Im Anschluss an die Vorträge ergab sich eine sehr fruchtbare und informative Diskussion über einzelne Punkte und Aspekte des Projekts und dessen praktischer Anwendung im Betrieb.Der VOST dankt den Referenten für die sehr anschaulichen Vorträge und den Besuchern für die rege und konstruktive Diskussionsrunde.

Sollten Sie weiterführende Informationen zu „KuhVision“ oder den „NetRind“-Programmen wünschen, wenden Sie sich gern an die Kollegen aus der VOST-Zuchtberatung oder an Renke Garrelts vom Landeskontrollverband Weser-Ems.

Weiterführende Informationen zu "KuhVision" finden Sie hier (Link)