Sechs Fragen an Dieke Janssen


  • Hallo Herr Janssen, stellen Sie sich bitte kurz vor.

Ich bin 53 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder: einen Sohn und eine Tochter. Unser Sohn befindet sich zurzeit in der Meisterausbildung und möchte unseren Betrieb gerne weiterführen. Wir bewirtschaften einen Futterbaubetrieb mit etwa 80 Kühen und dem entsprechenden Jungvieh.

Bevor ich zum Vorstandsvorsitzenden gewählt wurde, war ich schon acht Jahre im Vorstand und habe fast alle ehrenamtlichen Tätigkeiten beim VOST durchlaufen: Von 1991 bis 2006 war ich in der Kuheinstufungskommission Rotbunt, außerdem wurde ich 1992 als Mitglied der Vertreterversammlung gewählt. Aus der Vertreterversammlung bin ich 2001 ausgeschieden, um für sechs Jahre dem Aufsichtsrat anzugehören. Danach wurde ich dann in den Vorstand gewählt.

  • Was ändert sich für Sie durch den neuen Posten als Vorstandsvorsitzender?

Vor allem der zeitliche Aufwand und die Verantwortung sind erheblich gestiegen im Vergleich zur normalen Vorstandstätigkeit. Außerdem ist die zeitliche Koordination zwischen dem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb und dem VOST eine große Herausforderung.

Durch die neue Aufgabe lernt man viele Menschen kennen. Der Meinungsaustausch mit Berufskollegen und Ehrenämtlern, auch aus anderen Zuchtgebieten, gefällt mir besonders gut.

  • Worauf legen Sie besonderen Wert als Vorstandsvorsitzender des VOST?

Ganz wichtig ist mir die Verlässlichkeit von getroffenen Aussagen und gegebenen Auskünften, da das die Grundlage dessen ist, wie man letztendlich handelt. Außerdem lege ich viel Wert auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt.

In Bezug auf wichtige Entscheidungen möchte ich diese wie bisher an der Basis beginnend ausführlich diskutieren und beraten. Das erhöht die Akzeptanz von notwendigen Entscheidungen.

  • Wofür steht der VOST Ihrer Meinung nach?

Ich glaube, dass wir ein bodenständiges Unternehmen sind, das sich dem Neuen nicht verschließt -aber auch nicht jedem Trend nachgibt. Durch unsere überschaubare Größe sind wir nah am Kunden und beim Mitglied, sodass wir auf deren Bedürfnisse gut eingehen können.

  • Was sind die Stärken des VOST gegenüber anderen Zuchtverbänden?

Auch zukünftig wird im VOST-Gebiet intensive Milchviehhaltung und Rinderaufzucht betrieben werden. Nach dem Wegfall der Milchquote und vor dem Hintergrund der verschärften Düngeverordnung wird noch mehr Wert auf Leistung und Langlebigkeit gelegt werden. Hierbei können wir unsere Mitgliedsbetriebe mit der ganzen Palette unseres Angebotes unterstützen.

Eine weitere Stärke des VOST ist unser relativ großes Ehrenamt. Wir sind in allen Altkreisen mit Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern vertreten. Dadurch entsteht eine Nähe zum Mitglied, die es in anderen Zuchtverbänden vielleicht so nicht gibt.

  • Was sind Ihre Pläne für die Zukunft des VOST?

Besonders am Herzen liegt mir die Eigenständigkeit des VOST. Mit unserer fast 140-jährigen Geschichte sollten wir alles daran setzen, diese zu erhalten.

Wenn unsere vermarktungstreuen Mitglieder weiterhin so intensiv mit dem VOST zusammenarbeiten und wir das vorhandene, brachliegende Potenzial im Zuchtgebiet auch nur teilweise für uns gewinnen, sind wir auf einem guten Weg.

Dazu müssen wir uns besonders der jungen Betriebsleiter und Jungzüchter annehmen. Wir müssen sie gezielt ansprechen und uns mit ihren Anforderungen an den VOST auseinandersetzen. Davon können wir alle profitieren.