Lisa Mielenhausen, Bachelorarbeit 31.03.2015

Bestimmung des LH-Peaks mit Predi Bov

Einleitung:

Das Luteinisierende Hormon (LH) löst die Ovulation aus. Dieser physiologische Zusammenhang ist wichtig für die Bestimmung des wirtschaftlich optimalen Besamungszeitpunktes. Daher wurden und werden für die intensive Brunstbeobachtung verschiedene Hilfsmittel entwickelt und eingesetzt.

Für die direkte Bestimmung der LH-Konzentration aus dem Blut wurde dann ein kommerziell verfügbarer ELISA (enzyme-linked immunosorbent assay) entwickelt, der von der Firma ReproPharm (Nouzilly, Frankreich) als ein „on-farm“ Schnelltest angeboten wird.

Die Eignung dieses Tests wird in der vorliegenden Bachelorarbeit überprüft.

Für den sogenannten Predi'Bov®-Test sind nur wenige Bluttropfen nötig, um den präovulatorischen LH-Peak zu ermitteln. Bei einem positiven Testergebnis kann mit dem Zeitpunkt des LH-Peaks der Ovulationszeitpunkt vorausgesagt werden. In Frankreich wurde das Predi'Bov®-Testsystem bereit bei Einsatz von Hormonprogrammen untersucht. In diesem Versuch hingegen wird für die Auswahl der Zeitpunkte für die Blutentnahme das auf dem Versuchsbetrieb installierte Herdenmanagementprogramm zu Hilfe genommen. Mit dem Programm sollen die Kühe, bei denen eine Brunst im Versuchszeitraum erwartet wird, anhand ihrer Aktivitätskurven ausgewählt werden. Da der Betrieb zur Zeit der Versuchsdurchführung auch ein Hormonprogramm umsetzt, werden von diesen zusätzlichen Tieren ebenso Blutproben genommen.

Laut dem Hersteller des LH-Tests liegt der optimale Besamungszeitpunkt 12 h nach dem LH-Peak. Für den Versuch wird die künstliche Besamung wie gewohnt auf dem Betrieb durchgeführt. Im Labor wird zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Test überprüft, ob der Besamungszeitpunkt richtig gewählt wurde. Dazu wird untere anderem auf den Besamungserfolg eingegangen. Außerdem wird die Praktikabilität des Predi'Bov®-Tests beurteilt.

Zusammenfassung:

Mit dem Predi'Bov®-Test von ReproPharm (Nouzilly, Frankreich) soll durch die Bestimmung des LH-Peaks eine Voraussage des Ovulationszeitpunktes möglich sein. Darauf basierend kann ein optimaler Besamungszeitpunkt berechnet werden. Die bisherigen Untersuchungen zu dem Test haben sich bei der Testdurchführung immer an einem Hormonprogramm orientiert. In dieser Untersuchung wurde der Predi'Bov®-Test in Verbindung mit dem Herdenmanagementprogramm AlproTM von DeLaval ausprobiert. Es wurden die Aktivitätskurven des vergangenen Zyklus der jeweiligen Kuh verwendet und 21 Tage addiert, um die nächste Brunst vorauszusagen. 24 h vor der erwarteten Brunst wurde die erste Blutprobe genommen, und ab diesem Zeitpunkt alle 6 h eine weitere Blutprobe. Insgesamt wurden 32 Kühe für einen bzw. mehrere LH-Tests ausgesucht.

Von den 78 untersuchten Blutproben waren 15 positiv. Die 15 positiven Tests sind 13 Kühen zuzuordnen.

Anfängliche Schwierigkeiten bei der Testdurchführung waren auf die Gebrauchsanleitung zurückzuführen, welche nicht präzise genug war. Die Gebrauchsanleitung sollte zumindest dahingehend verändert werden, dass die zu verwendende Blutmenge unmissverständlicher beschrieben wird. Dies ist wichtig, da die Blutmenge essentiell für ein einwandfreies Funktionieren des LH-Tests ist.

Alle Tiere im Versuchszeitraum wurden einmalig künstlich besamt. Der Zeitpunkt der durchgeführten künstlichen Besamung wurde mit dem optimalen Besamungszeitpunkt verglichen, welcher mit dem LH-Test ermittelt wurde. Neun Kühe wurden bezogen auf diesen zu spät besamt und vier Kühe der 13 Kühe zu früh. Von den Kühen mit dem positiven Testergebnis wurden drei tragend. Für eine Kuh von den drei Tragenden wurde die Besamung 3 h zu früh durchgeführt, für eine andere 5 h zu spät und für eine Kuh 11 h zu spät. Der Erstbesamungserfolg der 31 besamten Kühe lag bei 29 %und für die 13 Kühe mit mindestens einem positiven Testergebnis bei 23 %. Die Einführung eines zweiten täglichen Besamungstermins auf dem Betrieb oder flexibler Besamungstermine über den Tag verteilt, könnte eine positive Auswirkung auf den Besamungserfolg haben. Ein Gebrauch des Predi'Bov®-Tests als Hilfsmittel zur täglichen Brunstbeobachtung auf einem wirtschaftenden Michviehbetrieb ist jedoch nicht zu empfehlen, da der Arbeitsaufwand zu groß ist.