1110. Auktion

Die Bonfire-Tochter Leoni (Kat.Nr. 108) erreichte den Tages-Höchstpreis von 2.850€

Letzte Auktion des Jahres mit ordentlichem Abschluss

Die Zeiten sind nicht einfach. Die Preise für Schlachtkühe sind in den letzten Herbstwochen auf ein bisher nicht gekanntes Niveau gefallen. Die Schere zwischen dem Wert einer Schlachtkuh und einer abgekalbten Zuchtfärse hat sich in dieser Zeit stetig weiter geöffnet. Für eine nachhaltige Trendwende auf dem Schlachtviehmarkt sind gegenwärtig die notwendigen Impulse nicht in Sicht. Und schließlich der Milchpreis, der seit langem in einer Talsohle von ca. 30 Cent Grundpreis verharrt und den Betrieben jeden finanziellen Spielraum nimmt. Die Demonstrationen vor den Zentrallagern der großen Discounter-Konzerne offenbaren die Stimmung auf den Betrieben.

Mit den Treckerblockaden gegen den Lkw-Verkehr machen die Landwirte ihrem Ärger Luft und fühlen sich dennoch weiterhin als Geschäftspartner von den nachgeordneten Wirtschaftsbetrieben nicht ernst genommen.

Vor diesem Hintergrund veranstaltete der VOST am 08.12. mit der 1110. Auktion seine letzte Zuchtviehversteigerung in diesem Jahr in der Ostfrieslandhalle. Im Vorfeld konnte bei den Inlandskunden nur wenig Nachfrage mobilisiert werden. Insbesondere bei den Zuchtbullen zeigten sich die Käufer trotz der zum Teil hervorragenden Qualität lustlos. Mit einem Zuschlagspreis von 2.100 Euro erreichte der Zuchtbetrieb Hartmut Reil, Nordloh, für die Katalog-Nr. 18 den Tageshöchstpreis. Nach längerem Bietergefecht konnte der Auktionator Heiko Oltmanns den Zuschlag dem belgischen Stammkunden für den rotbunten Zuchtbullen geben. Für den Casino-Sohn Casto erhielt der Zuchtbetrieb Oorlog GbR, Klostermoor, einen weiteren Zuschlagspreis von über 2.000 Euro; alle weiteren Zuschlagspreise fielen in der Preisspanne von 1.200 - 1.900 Euro. Im Durchschnitt wurde ein Zuschlagspreis von 1.650 Euro (ohne MwSt.) erreicht.

Wie auf den letzten Veranstaltungen fand auch diese Auktion unter strengen Auflagen statt

Trotz des schwierigen Umfelds verlief der Markt für die abgekalbten Zuchtfärsen relativ flott und das Preisniveau konnte sich auf einem beachtlich hohen Plateau stabil halten. Aus vielfältigen Gründen haben zahlreiche milcherzeugende Betriebe für die Remontierung die eigene Aufzucht vom Kalb zur Abgekalbten eingeschränkt oder sogar eingestellt und treten somit kontinuierlich am Markt als Käufer auf.

Unter dem Eindruck des niedrigen Milchauszahlungspreises verhielten sich die Käufer preisbewusst und waren nur vereinzelt bereit, trotz der Bemühungen des Auktionators Heiko Oltmanns im Bieterwechsel Zuschlagspreise von über 2.000 Euro zu akzeptieren.

Daher versammeln sich die einzelnen Zuschlagspreise relativ eng um den Durchschnittswert von 1.787 Euro, der damit dann doch noch knapp 60 Euro über dem Vergleichswert der November-Auktion liegt. Den Tageshöchstpreis von 2.850 Euro erreichte der Zuchtbetrieb Reinhard Hinrichs, Bagband, für die Katalog-Nr. 108, eine Bonfire-Tochter aus einem Goldday-Nachkommen.

Insgesamt zeigten sich die Marktteilnehmer zufrieden und blicken zuversichtlich auf die erste Auktion im neuen Jahr. Für die 1111. Auktion am 12.01.2021 ist am Montag, den 14.12.2020, Anmeldeschluss.

Die Durchschnittspreise

 

1110. Auktion

08. Dezember 2020

1109. Auktion

10.November 2020

Differenz

Zuchtbullen

1.650,-€

1.971,-€

-321,- €

HB-Färsen (abgekalbt)

1.787,-€

1.729,-€ +58,- €

Der VOST wünscht allen Züchtern und Besuchern mit ihren Familien eine besinnliche Adventszeit, ein friedvolles Weihnachtsfest und für das neue Jahr Gesundheit, Zufriedenheit und Erfolg für Haus und Hof. Mit diesem Weihnachtsgruß verbinden wir unseren Dank für die vertrauensvolle und angenehme Zusammenarbeit in diesem schwierigen Jahr.

Dietmar Albers